Kämpfen ist nicht Selbstverteidigung

Gewalt lässt sich in den meisten Fällen verhindern. Wenn Du nicht aktiv versuchst, Dich aus der Situation zu entfernen, bist für die Eskalation und die Konsequenzen verantwortlich.

Soziale Gewalt ist meistens vermeidbar.

Kämpfen ist nicht Selbstverteidigung. Ich wiederhole es: Kämpfen ist nicht Selbstverteidigung! Das ist wichtig, weil immer wieder Personen sagen: „Es war Notwehr!“ – obwohl es eben keine Notwehr war.

Tatsache ist, dass es bei vielen gewalttätigen Zwischenfällen wie beispielsweise alkoholisierten Auseinandersetzungen und „Lass uns raus gehen“-Schlägereien genau darum geht: Um Schlägereien. Diese enthalten keinerlei Elemente der Selbstverteidigung. Vor Gericht sieht das dann auch genau so aus. Du bist mitschuldig an der Eskalation.

Selbstverteidigung ist kein Kampfstil und keine Techniksammlung, sondern ein rechtlicher Begriff. Selbstverteidigung bedeutet, dass Du zugibst, jemanden verletzt zu haben und somit eine rechtswidrige Handlung vollzogen zu haben. Allerdings hast Du eine Rechtfertigung dafür. Du verteidigst Deine eigene Gewaltanwendung damit, dass Du in Notwehr gehandelt hast.

Dazu musst Du fähig sein, darzulegen, weshalb Deine Handlung gerechtfertigt war und unter die rechtliche Definition von Selbstverteidigung fällt. Dazu musst Du das Gesetz kennen und wissen, wie es ausgelegt wird.

Deshalb: Kämpfen ist nicht Selbstverteidigung.

Es gibt einen grossen Unterschied zwischen einem von beiden Seiten geführten Kampf und einem asymmetrischen Angriff, gegen den man sich aus Angst um seine Gesundheit und sein Leben verteidigen muss. Nur das Letztere ist als Selbstverteidigung gerechtfertigt. Wenn der Gegner zurück weicht, weichst auch Du zurück. Tust Du das nicht, dann handelt sich um einen Monkey Dance und nicht um einen tatsächlichen kriminellen Übergriff.

Wenn es ein Monkey Dance war, dann verlasse die Gegend, aber halte Ausschau nach Komplizen. Danach solltest Du genau überlegen, wie Du genau in eine solch dumme Situation geraten konntest. Du solltest immer darüber nachdenken, wie Du überhaupt in eine Situation geraten bist. Viele Menschen vernachlässigen dies und geraten so immer wieder in Gefahr.

Denn oftmals erkennen wir nicht, dass wir die Ursache – oder zumindest ein Teil der Ursache – für die Probleme sind, in denen wir uns befinden.

Erinnere Dich daran, dass Selbstverteidigung etwas anderes ist als Kampf.

Lerne Selbstverteidigung, falls Du jemals mit einem tatsächlichen Angriff konfrontiert wirst. Aber lasse Dich nicht auf die leider allzu häufigen Kämpfe ein, die aus völlig unnötigen Gründen stattfinden.

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